Sommerempfang 2006

Impressionen unserer alljährlichen Sommerempfänge

Sommerempfang 2006

Udo Sahling Geschäftsführer der Klimaschutzagentur

Udo Sahling Geschäftsführer der Klimaschutzagentur (© Umweltzentrum Hannover)

Lieber Eberhard, liebe Mitglieder des Umweltzentrums von A wie ADFC bis V wie VCD , liebe Freunde, liebe Gäste ,

ich habe mich sehr darüber gefreut, dass mir das Grußwort zum diesjährigen Sommerfest angetragen worden ist. Eine wunderbare Gelegenheit, ein paar grundsätzliche Gedanken äußern zu können und was mir besonders wichtig ist, die Arbeit des Umweltzentrums und seiner Mitglieder ein wenig aus unserer Sicht zu würdigen. Lassen Sie mich mit der engsten Verbindung beginnen. Das UMWELTZENTRUM HANNOVER ist von Beginn an im Förderverein der Agentur und seit fast 3 Jahren ist Eberhard Vorstandsvorsitzender des Vereins. Lieber Eberhard, zunächst einmal herzlichen Dank für die dort geleistete Arbeit. Dass unser FörderVerein inzwischen auf über 40 Mitglieder gewachsen ist und unser neuer Gesellschafter AS Solar sich aus diesen Reihen rekrutiert, ist sicherlich auch auf die gute Arbeit im FV zurückzuführen.

Darüber hinaus verbinden uns Mit Dir, dem UMWELTZENTRUM HANNOVER und eigentlich allen der im Umweltzentrum befindlichen Organisationen nicht nur eine mentale Nähe, sondern auch weitere sehr praktische Arbeitszusammenhänge. Hier möchte ich stellvertretend nennen:

  • Borderstep/Jens Clausen und seine Arbeiten für den Sonderpreis „Klimaschutzregion Hannover“ im Rahmen des Gründerwettbewerbes von Hannover Impuls
  • Die Energie-Ingenieure mit ihrem Hersteller- und produktneutralen Beratungsangebot
  • Stattreisen, vor allem mit dem Reisepavillon, wo wir unsere Klimaschutztouren präsentiert haben…
  • Den VCD mit dem Projekt Walking Bus
  • Ökostadt und Hannover Solar vor allem mit Teilsolarprojekten und Teilauto – die flügge geworden sind und nun als Stadtmobil unterwegs sind

Nicht unerwähnt lassen möchte ich die vielfältigen Aktivitäten des Umweltzentrums für Bioprodukte und Produkte aus der Region Hannover. Ein wichtiger Beitrag für regionale Kreisläufe mit all ihren positiven Auswirkungen auch für das Klima. Diese Aufzählung zeigt die enge Verbundenheit von Klimaschutzagentur und Umweltzentrum. Viele von Euch/von Ihnen werden wissen, dass die Zusammenarbeit stetig gewachsen ist. Eines der ersten und heute noch wichtigsten Projekte ist sicherlich das Solarfest, das bundesweit noch immer ohne Vergleich da steht.

Aber alle diese guten und notwendigen Aktivitäten nehmen sich immer noch bescheiden aus, gegenüber den vor uns stehenden Aufgaben. Lassen Sie mich deshalb ein paar grundsätzliche Gedanken anschließen. Und das nur ein paar Tage nach der Kommunalwahl. Liebe Gäste unser Klima versteht keinen Spaß mehr oder besser unsere Treibhausgase werden von der Atmosphäre zunehmend schlechter verdaut. Dies ist inzwischen selbst dem dümmsten Bauern (Volksmund) klar geworden. Nur, aus dieser Erkenntnis zu eigenem Handeln zu finden, das ist häufig ein weiter Weg. Um so mehr habe ich mich darüber gefreut, dass sich eigentlich alle Parteien für mehr Klimaschutz stark gemacht haben. Und das, wo wir alle wissen, dass sich dieses Thema nicht wirklich als Top-Thema für den Wahlkampf eignet.

Liebe Gäste, denn was hätte Politik im Wahlkampf sagen können? Wer will denn gerne hören, dass die hohen Preise die Voraussetzung für einen nachhaltigen Klimaschutz sind und dass wir gleichwohl die Schlagzahl noch gewaltig steigern müssen, wenn wir das Ziel erreichen wollen, bevor uns möglicherweise das Wasser zum Rudern fehlt. Im Augenblick können wir nur hoffen, dass die neuen oder alten Mehrheiten in den Kommunen, der LandesHauptstadtHannover und der Region Hannover ganz deutliche Prioritäten setzen, auch und gerade weil Klimaschutzpolitik Arbeitsplätze vor Ort schafft und sichert. Ich halte sehr viel davon, gerade jetzt zum Anfang einer neuen Legislaturperiode gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen klimaschutzpolitische Ziele zu definieren und dann die Instrumente für ihre Umsetzung fest zu legen. Denn die Aufgaben, die vor uns liegen, sind so gewaltig, dass weder proKlima noch wir noch wir gemeinsam mit unseren Partnern wie dem Umweltzentrum diese Aufgabe mit den gegenwärtigen staatlichen und kommunalen Rahmenbedingungen bewältigen können! Aber eben so klar sage ich auch, dass wir im Bundesvergleich schon heute absolute Spitze sind.

Deshalb werden wir mit der Politik nach ihrer Konstituierung ein Programm diskutieren müssen, das uns in möglichst vielen regionalen Handlungsfeldern wirklich weiter bringt. Ebenso in unserer Präsenz auf Bundesebene. Da erwecken wir zur Zeit häufig noch den Eindruck, dass wir nur in der Regionalliga spielen. Aber das wir Hannoveraner auch anders können, hat die internationale Passivhauskonferenz gezeigt, kann man heute in der Zeitung lesen und werden wir im November zur RegioSolar erneut unter Beweis stellen.

Liebe Freunde, wir haben schon einiges an Bord, was sich zu zeigen lohnt. Anderes werden wir noch an Bord holen müssen, um die Schlagzahl tatsächlich noch zu erhöhen. Und um in dem Bild zu bleiben, erstens am Ende auf dem Siegertreppchen und zweitens dort vor internationalem Publikum und nicht vor leeren Rängen zu stehen. Denn schließlich kommt es gerade für unsere Wirtschaftspartner darauf an, die vielen guten Projekte Ziel gerichtet so zu präsentieren, dass sie ihre Dienstleistungen und Produkte bundesweit vermarkten können.

Vielleicht gelingt es uns gemeinsam, auch dazu Ideen zu konkretisieren und in den nächsten Jahren mit auf den Weg zu bringen und damit den Aufstieg von der Regionalliga direkt in die Bundesliga vielleicht sogar die Championsligue zu schaffen. Die Niedersachsenliga, die man in den letzten Jahren ja getrost vergessen konnte, da sie sich scheinbar eigenständig aufgelöst hatte, kommt Dank europäischer Förderung – Stichwort EFRE – jetzt wieder ins Spiel. Aber unabhängig von der Frage, was uns an welcher Stelle vom Land künftig an Unterstützung zuteil werden kann, brauchen wir weitere Projekte mit nationalem Gewicht und den Mut und die Kraft, diese national ins Gespräch zu bringen.

Ich sage hier und heute ganz bewusst, lasst uns als ersten Schritt dafür sorgen, dass Yukon Bay nicht ohne Klimaschutz-Entertainment entsteht.

Udo Sahling
Geschäftsführer der Klimaschutzagentur

Fotos © Umweltzentrum Hannover

Stand: 14.09.2006